Vor wenigen Wochen noch hatte der Oberbürgermeister angekündigt, es werde ein ausgeklügeltes System für den diesjährigen Weihnachtsmarkt geben, mit größeren Abständen und ohne Alkohol. Nun also steht fest, dass gar kein Weihnachtsmarkt genehmigt wird, die Hoffnung vieler existenziell gefährdeter Händler, ihre Not noch einmal durch dieses Großereignis zu lindern ist also dahin. Stattdessen wurden Holzgestelle mit Lichterketten versehen, die Weihnachtsstimmung simulieren sollen. Drumherum hat die Stadt zahlreiche Stände des Stadtmarketings und von vereinzelten Vereinen errichtet. Die existenzbedrohten Händler wurden bei diesem Konzept leider nicht bedacht.
Im Gegenteil, mit dieser künstlichen Verdichtung des Marktplatzes wurden nun die Abstände so knapp, dass der OB verkündete, die Imbissstände müssten nun auf den Hallmarkt ausweichen. Erheblich weniger Frequenz und erheblich weniger Umsatz sind die existenzbedrohenden Folgen dieser Entscheidung.

In seiner unendlichen Gnade entschied OB Wiegand für den Hallmarkt keine Gebühren für die vertriebenen Stände zu erheben. Nun sollte aber klar sein, dass grade die Imbissstände, die massiv von einer hohen Passantenfrequenz abhängig sind und die oftmals nur deshalb einen Stand auf dem Markt errichteten um ihre eingebrochenen Einnahmen im Kerngeschäft zu kompensieren. Unten am Hallmarkt sind deutlich geringere Umsätze und daraus resultierend Gewinne zu erwarten. Schon nach den ersten drei Tagen kündigten die ersten Betreiber im Gespräch an, sich dies nicht länger anzutun. Teilweise sind die Einnahmen um 50% eingebrochen, was in diesem Fall enorm ist. Für ein existenzsicherndes Geschäft bräuchten die Händler ihren angestammten Platz auf dem Markt. Dass der Hallmarkt keine entsprechende Passantenfrequenz aufweist, ließ sich auch am sogenannten Klimacamp erkennen, das auf Einladung des OB, wochenlang dort mitten in der ausgerufenen Pandemielage, stattfinden durfte. Selbst diese bundesweit publizierte Aktion lockte so wenig Interessenten auf den Hallmarkt, dass die Betreiber, die ankündigten bis zur vollständigen Umsetzung ihrer Forderungen durch die Bundesregierung zu bleiben, nach kurzer Zeit ihre Zelte schon wieder abbrachen.

Herr Dr. Wiegand: Geben Sie den Marktplatz zurück an alle Händler, die dort ihre in Folge der Corona-Krise verzweifelt versuchen noch irgendwie ihre und die Existenz ihrer Mitarbeiter zu sichern Die Lichtinstallationen sind sicher eine nett gemeinte, Geste, gehen aber an den tatsächlichen Nöten und Bedürfnissen der Bevölkerung völlig vorbei.

Sie ersetzen keinen Weihnachtsmarkt, belasten die Händler und so Recht will auch bei keinem der Passanten dadurch Weihnachtsstimmung aufkommen.

OB vertreibt die Imbiss Stände vom Marktplatz – Lichterketten statt Weihnachtsmarkt