Die Rabeninsel ist ein Naturschutzgebiet in Halle. Große Bereiche sind bewaldet. Um die naturschutzfachliche Zielkonzeption eines Eichen-/ Ulmen- Auenwaldes zu erreichen, sollen nun auf 7000 Quadratmetern Hybridpappeln gefällt und durch Eichensetzlinge ersetzt werden. Dazu fasste der Stadtrat gegen die Stimmen der AfD folgenden Beschluss:

„Zur Sicherstellung des Schutzzweckes des Naturschutzgebietes Rabeninsel ist eine Waldaufwertung auf der Rabeninsel als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme im Zusammenhang mit dem Komplexvorhaben Ausbau des Gimritzer Damms und der Heideallee notwendig. Die Neuanpflanzungen sollen schrittweise, vorrangig auf bestehenden Freiflächen, erfolgen.“

Der Skandal: Diese Maßnahme soll durch das kommunale Unternehmen HAVAG, für 150.000€, durchgeführt werden. Da die HAVAG als bezuschusstes Unternehmen zur Stadt gehört, wird die Aktion also durch Steuergeld finanziert. Bereits in den Beratungen hat Alexander Raue dieses Vorhaben im Namen der AfD als überteuert kritisiert. Man könnte stattdessen viel preiswerter, nach kleineren Freirodungen, ca. 2m hohe Jungeichen durch das Grünflächenamt oder eine Bürgeraktion einpflanzen lassen. Solche Baumpflanzaktionen haben bereits große Begeisterung in der Bevölkerung ausgelöst und es wäre lediglich mit rund 10.000€ Kosten für die Jungeichen zu kalkulieren. Für die Gesamtfläche bräuchte man etwa 400 Eichen- Heister für ca. 25€ das Stück. Auch kann bei Jungbäumen bereits auf einen Wildschutzzaun verzichtet werden. Die sommerlichen Wässerungen in den ersten 3 Jahren würden das Grünflächenamt sicherlich nicht überfordern.

Da kein Zeitdruck für die Aktion besteht, könnte die Nachpflanzung auch in Intervallen stattfinden.

Eine schrittweise Neupflanzung hätte auch noch weitere Vorteile: Die zahlreichen Tierarten, die sich sicher auch in den Pappeln angesiedelt haben, könnten sich langsam anpassen und würden nicht über Nacht ihren Lebensraum verlieren. Zudem ist davon auszugehen, dass ein Unternehmen dort mit großem Gerät anrücken würde, was dem Naturraum Rabeninsel sicher auch nicht zuträglich wäre.

Gemeinsam etwas zu Erhalt von Natur und Artenvielfalt im Umfeld der Stadt zu unternehmen macht Spaß und spart viel Geld, das die Stadt eigentlich nicht hat. So hätten beide etwas davon: Die Natur und künftige Generationen.

Falsches Konzept bei Waldumbau – Wie die Stadt Geld verbrennt