Unser offener Brief an den Herrn Oberbürgermeister, den wir am 28.03.2020 veröffentlichten, (hier klicken, um ihn zu lesen) hat in den Kommentaren der sozialen Netzwerke ganz schön polarisiert. „So ein Mundschutz nütze überhaupt nichts, man könne sich dennoch infizieren.“ „Das Tragen einer Maske sei sinnlos und wir selbst offensichtlich nicht mehr ganz bei Sinnen,“ so wurde kommentiert.

Immer wieder muss man offenbar darauf aufmerksam machen, dass es beim Schutz nicht immer nur darum geht, selbst davon zu profitieren. denn das Tragen einer einfachen Maske dient eben nicht vorrangig dem Eigenschutz sondern soll jeden davor bewahren selbst, meist sogar unwissentlich zum Überträger zu werden. Denn was ist wenn man selbst nicht bemerkt infiziert zu sein, oft hört man davon, dass positiv getestete Menschen überhaupt nicht bemerkten infiziert zu sein. So gerät man aber in die Gefahr andere zu infizieren, deren Erkrankung dann keinen so leichten Verlauf nähme. Will man sein Gewissen damit belasten? Schon mal darüber nachgedacht?

Es ist korrekt, eine einfache Maske stellt keinen 100 prozentigen Schutz dar. Aber sie hilft erheblich selbst und unwissentlich zum Superverbreiter, dass sind die, die selbst nicht bemerken infiziert zu sein, zu werden. Außerdem hilft die Etablierung eines Tragens von Masken in der Öffentlichkeit erheblich die Ansteckungsgefahr zu senken, vor allem wenn diesem Vorbild möglichst viele folgen.

Das sieht der Branchenverband im Einzelhandel offenbar ähnlich und hat die Bevölkerung heute aufgerufen, dem entsprechend Masken beim Einkaufen zu tragen.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Handel-ruft-zum-Mundschutz-Tragen-auf-article21675475.html

In Österreich ist das ab Mittwoch sogar Pflicht.
https://www.n-tv.de/politik/Osterreich-beschliesst-Schutzmasken-Pflicht-article21678894.html

Wir freuen uns zum Beispiel über das Engagement der TOOH GmbH, die nun in ihren Werkstätten für die Mitarbeiter und Besucher der Paul-Riebeck-Stiftung Mundschutzmasken nähen
(Quelle: https://dubisthalle.de/buehnen-halle-stellen-mundschutz-fuer-den-riebeckstift-her).
Ein lobenswertes Engagement für die Gesellschaft!

Wir freuen uns über jeden, der Zuhause für sich und vielleicht auch einige seiner Nachbarn ein persönliches Exemplar nähen kann. Vielleicht finden sich ja entsprechende Stoffreste und es ist eine Nähmaschine vorhanden. So kann gelebte Solidarität in Krisenzeiten auch aussehen. Kostenlose Nähanleitungen gibt es im Netz inzwischen einige, sogar für ziemlich modische Teile.
https://www.burdastyle.de/mundschutz_tutorial

Es braucht in dieser Zeit Menschen, die Rücksichtnahme in der Gesellschaft selbstverständlich als gesellschaftliches Miteinander, als ein Geben und Nehmen verinnerlicht haben, Menschen, die grundsätzlich alles vermeiden anderen anzutun, was sie an sich selbst nicht erfahren wollen. Soziale Wesen in Gemeinschaft eben. Es gilt in diesen Krisenzeiten einmal mehr der Grundsatz sein Leben nach dem wohl jedem aus Schulzeit bekannten Motto auszurichtend:

Was Du nicht willst was man Dir tu, das füg auch keinem andren zu!

Sind wir dazu in der Lage?

Mein Mundschutz hilft die zu schützten, die unseres Schutzes bedürfen