Christine Lagarde ist bekannt dafür, dass sie für eine Französin recht gutes Englisch spricht. Das und die Tatsache, dass sie keine Deutsche ist, haben die ehemalige IWF-Chefin zur neuen Präsidentin der EZB gemacht.
Sie steht dafür Mario Draghis Kurs fortzusetzen – „What ever it takes“, mit allen Mitteln.

Und so sagte sie vorgestern: „Unser Bekenntnis zum Euro ist grenzenlos. Wir sind entschlossen, im Rahmen unseres Mandates das volle Potenzial unserer Möglichkeiten zu nutzen.“

Die Welt schreibt, dass die Euro-Hüter zunächst das laufende Anleihekaufprogramm um 120 Milliarden Euro aufgestockt und wenige Tage später noch einmal nachgelegt hatten.
Und weiter: „Am Donnerstag stellte die EZB das Pandemic Emergency Purchase Programs (PEPP) vor. Papiere im Volumen von 750 Milliarden Euro will die EZB zusätzlich in ihre Bücher nehmen, um die Wirtschaft im Euro-Raum zu unterstützen. Damit will sie die Zinsen weiter drücken, zu denen sich Staaten und Unternehmen verschulden können. Zusammen mit dem bereits seit Jahren laufenden Programm wird die EZB jetzt monatlich im Schnitt für 100 Milliarden Euro Anleihen kaufen, insgesamt 1,1 Billionen Euro.“

Die EZB will laut Spiegel ihre Ankäufe künftig auch auf Geldmarktpapiere erweitern. „Über diese sogenannten Commercial Papers, Schuldverschreibungen mit kurzer dreimonatiger Laufzeit, holen sich Industrieunternehmen frisches Geld am Kapitalmarkt, um ihre Geschäfte zu finanzieren.“
Und weiter hebt die EZB sämtliche Grenzen für den Ankauf von Staatsanleihen kurzerhand auf. Auch wird verhandelt den fiskalischen Euro-Rettungsschirm ESM mit mehr als 200 Milliarden Euro einzusetzen.
Und wer ESM-Milliarden bekommt, der fällt unter die letzte monetäre Bazooka der EZB. Das Programm OMT von Mario Draghi; bisher noch nie zum Einsatz gekommen. Es ermöglicht der EZB, nahezu unbegrenzte Mengen von Staatsanleihen einer Nation zu kaufen.

Zusammen mit Rettungsprogrammen und Bürgschaften dürften in den kommenden Monaten 9,2 Billionen Euro bewegt werden (Quelle: welt.de).

Angesichts dieser unvorstellbaren Summen stellt sich immer mehr die Frage:

Welchen Gegenwert haben Unsummen an fiskalischer und an neugeschöpfter Geldmengen, in Zeiten, in denen die Volkswirtschaften stillgelegt sind, Liefer- und Wertschöpfungsketten unterbrochen sind, sprich ein Angebotsschock existiert?
Wird die EZB auch diesmal weiter Zeit erkaufen können, so wie einst 2008 oder sind ihr die Instrumente nach 13 Jahren Niedrigzinspolitik stumpf geworden?

Nicht wenige Ökonomen sprechen mittlerweile von der Gefahr einer Hyperinflation.

Was auch kommen und wie schlimm es auch werden mag, unweigerlich wird aus den allseits bekannten Kreisen der Ruf nach einem Systemwechsel folgen, werden diese die Gunst der Stunde nutzen wollen, um ihre Agenda durchzusetzen.

Jetzt gilt es umso mehr an der Marktwirtschaft festzuhalten!

Das Finanzsystem und viele realwirtschaftliche Unternehmen, sogenannte „Zombies“ sind morbide und wurden von der EZB mit billigem Geld künstlich am Leben erhalten. Dieser Geldsozialismus kommt nun an sein Ende; der Ausbruch der Coronakrise ist nur ein Brandbeschleuniger.

Doch die Politik wird vor der Frage stehen, ob sie sich für eine Ordnung der Freiheit entscheidet und die Gesellschaft nach einer schmerzhaften Krise gesundet.
Oder ob sie sich für eine sozialistische Ordnung entscheidet und den Weg des ehemals reichen Venezuelas in Massenverelendung, Diktatur und Hungersnöte geht.

Wir werden für Freiheit, Marktwirtschaft und Wohlstand streiten, in einer europäischen Handelsunion ohne Zentralismus und einer kaputten Einheitswährung.
Wenn wir uns an den Lehren Ludwig Erhardts und Walter Euckens ausrichten, dann werden wir einen großartigen Neustart nach der unvermeidbaren Krise erleben.

„Whatever it takes“ –  das monetäre Endspiel der EZB